Welcher Vätertyp nimmt Elternzeit?
Mit Förderung der Hans Böckler Stiftung hat das Berliner Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra) eine Untersuchung zu den Elternzeitmonaten von Vätern durchgeführt. Wer sind die Elterngeldväter, wie lange nehmen sie sich eine berufliche Auszeit? Befragt wurden 624 erwerbstätige Väter in Elterngeldbezug sowie Personalverantwortliche und Betriebsräte. Fazit der Untersuchung ist zunächst: Jeder Vater, der seinen Anspruch auf Elternzeit nutzt, trägt dazu bei, dass aus der Auszeit für Männer ein "normaler" Vorgang wird.
Bislang arbeiten die Elterngeldväter besonders häufig in Großbetrieben und fast ausschließlich in Unternehmen mit betrieblicher Interessenvertretung. Auch sind sie vorrangig in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt oder bei Dienstleistern. Die Elterngeldväter haben mehrheitlich einen Hochschulabschluss und sind vor allem als qualifizierte Angestellte tätig. Sie leben meist in Großstädten, sind im Durchschnitt 37 Jahre alt und ihre Partnerin ist ebenfalls erwerbstätig.
Die befragten Elterngeldväter lassen sich in fünf unterschiedliche Nutzertypen aufteilen
- Die Vorsichtigen (46 Prozent) nehmen nur ein bis zwei Partnermonate, haben bisher keine Erfahrung mit der Elternzeit und wollen das berufliche Fortkommen nicht gefährden.
- Die (Semi-)Paritätischen (14 Prozent) beziehen zwischen drei und acht Monaten Elterngeld. Sie nehmen diese meist versetzt zur ebenfalls erwerbstätigen Partnerin und legen großen Wert auf eine kurze berufliche Auszeit.
- Die umgekehrten Nutzer (6 Prozent) nehmen eine längere Auszeit als ihre Partnerin und unterstützen damit deren berufliches Fortkommen.
- Die Familienorientierten (9 Prozent) nehmen zwischen einem und acht Elterngeldmonaten, kombinieren dies aber mit einer sich anschließenden, unbezahlten Elternzeit. Ihnen ist wichtig, dass die Kinder möglichst lange von einem Elternteil betreut werden.
- Die Familienzentrierten (5 Prozent) nutzen zwischen neun und zwölf Elterngeldmonate und kombinieren diese mit zusätzlicher, unbezahlter Elternzeit, um möglichst viel und frühzeitig Zeit mit den Kindern zu verbringen.